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Ohren schützen beim Schwimmen: Schmerzen, Entzündungen und Wasser im Ohr vermeiden

Mara Lindner 846 Wörter
Ohren schützen beim Schwimmen: Schmerzen, Entzündungen und Wasser im Ohr vermeiden
Inhaltsverzeichnis

Schwimmen tut Körper und Seele gut – doch nasse Ohren können Schmerzen, Juckreiz und Entzündungen verursachen, wenn Wasser im Gehörgang verbleibt. Mit einfachen, zuverlässigen Maßnahmen schützen Sie Ihre Ohren beim Training und im Freizeitbad.

Haftungsausschluss: Diese Hinweise richten sich an Freizeitschwimmerinnen und -schwimmer. Sie ersetzen keine ärztliche Diagnose oder individuelle Behandlung. Bei starken Schmerzen, eitrigem Ausfluss, Fieber oder Hörverlust suchen Sie umgehend eine HNO-Ärztin oder einen HNO-Arzt auf. Tropfenhinweise gelten nur bei intaktem Trommelfell; bei Verdacht auf Perforation oder nach Ohroperationen immer ärztliche Abklärung. Die fachliche Prüfung erfolgte durch Dr. med. Laura Schmidt, HNO-Klinik, Universitätsklinikum Frankfurt, Datum 2026-05-06.

Illustration: Querschnitt des äußeren Ohrs mit Beschriftung von Ohrmuschel, Gehörgang, Trommelfell und Cerumen

Wann aus Feuchtigkeit eine Gefahr wird

  • Feuchte, warme Umgebung fördert Keimwachstum. (Quelle: DGHNO/Otitis externa-Leitlinie; weitere Infos unter https://www.hno.org/)
  • Geschädigtes oder fehlendes Ohrenschmalz reduziert den natürlichen Schutz.
  • Wiederholte Reizung erhöht das Risiko für eine Gehörgangsentzündung („Swimmer’s Ear").

Typische Beschwerden nach dem Schwimmen

  • Wasser- oder Druckgefühl im Ohr
  • Juckreiz oder Brennen
  • Dumpfes Hören oder leichte Schmerzen beim Kauen
  • Bei Entzündung: starke Schmerzen, Ausfluss, ggf. Fieber

Praktische Schutzmethoden: Was wirklich hilft

Es gibt keine Einheitslösung. Am besten kombinieren Sie mehrere Maßnahmen – je nach Häufigkeit des Schwimmens und persönlicher Empfindlichkeit. Kurz gesagt: Vorbeugen ist leichter als Behandeln.

Ohrstöpsel: Typen, Einsatz und Reinigung

Ohrstöpsel sind oft die effektivste Barriere gegen eindringendes Wasser. Gängige Typen:

  • Formbare Silikonstöpsel: weich, günstig, gut für Gelegenheitsnutzer.
  • Vorgeformte Stöpsel (Lamellen/Flügel): wiederverwendbar, oft komfortabler bei regelmäßigem Gebrauch.
  • Maßgefertigte Stöpsel vom Hörakustiker: beste Abdichtung und Tragekomfort, kostenintensiver.

So setzen Sie Ohrstöpsel korrekt ein (Kurz‑Anleitung):

  1. Hände gründlich waschen und die Stöpsel auf Beschädigungen prüfen.
  2. Silikonstöpsel formen, leicht zusammendrücken und nur den äußeren Gehörgang dicht verschließen – nicht zu tief einführen.
  3. Vorgeformte Stöpsel nach Herstellerhinweis einsetzen und Sitz testen – sie müssen dicht anliegen, aber dürfen nicht drücken.
  4. Nach dem Schwimmen: Stöpsel mit mildem Seifenwasser reinigen, vollständig trocknen lassen und trocken aufbewahren. Bei wiederverwendbaren Stöpseln Herstellerangaben zur Lebensdauer beachten.

Hinweis: Beachten Sie Herstellerhinweise zu Größen, Reinigung und Lebensdauer; eine falsche Passform kann das Gegenteil bewirken. (Primärquellen: Herstellerinformationen, Normen sowie DGHNO‑Leitlinien Otitis externa.)

Foto: Nahaufnahme einer Hand, die formbaren Silikon-Ohrstöpsel hält und anpasst, deutliche Anweisungen im Bild

Schwimmkappen: kleiner Helfer mit großer Wirkung

Eine eng sitzende Silikon‑Schwimmkappe reduziert, dass Wasser in die Ohren gedrückt wird, und hält Ohrstöpsel an Ort und Stelle. Für Kinder ist die Kombination Kappe + passende Ohrstöpsel besonders sinnvoll.

Foto: Schwimmerin im Becken mit gut sitzender Silikonkappe, Blick auf Ohrbereich und Kappe

Schwimmtechnik und Kopfhaltung

  • Vermeiden Sie unnötig starke Kopfneigungen beim Training.
  • Beim Abtauchen oder Sprung kontrolliert eintauchen; nach dem Auftauchen kurz Wasser ablaufen lassen.
  • Kleine Technikänderungen (z. B. Kopfhaltung beim Kraulen) können das Eindringen von Wasser deutlich reduzieren.

Ohren nach dem Schwimmen richtig trocknen – 5 einfache Schritte

  1. Kopf zur betroffenen Seite neigen, damit Wasser abfließen kann.
  2. Ohrläppchen leicht nach hinten‑oben ziehen, um den Gehörgang zu öffnen.
  3. Ohrmuschel vorsichtig mit einem weichen Handtuch tupfen (nicht in den Kanal).
  4. Bei Bedarf ein paar Minuten seitlich liegen, damit Restwasser austreten kann.
  5. Kein Wattestäbchen oder spitze Gegenstände in den Gehörgang einführen.

Ohrtropfen: Wann sind sie sinnvoll?

Es gibt Lösungen auf Alkohol‑/Glycerinbasis oder mit leicht austrocknenden Zusätzen, die nach dem Schwimmen helfen können, Restfeuchte zu reduzieren. Wichtige Hinweise:

  • Verwenden Sie Ohrtropfen nur, wenn das Trommelfell intakt ist. Bei Verdacht auf perforiertes Trommelfell, Schmerzen oder Ausfluss niemals ohne ärztliche Abklärung tropfen.
  • Bei Kindern, nach Ohroperationen oder bei bestehenden Mittelohrproblemen vorher zwingend ärztlichen Rat einholen.
  • Lesen Sie Herstellerangaben und Packungsbeilage; achten Sie auf Kontraindikationen.

Hinweis: Die konkrete Wirkstoffklasse umfasst oft Alkohol-Glycerin-Lösungen; Nutzen und Risiken sollten mit aktueller Produktinformation abgeglichen werden. (Primärquellen: DGHNO‑Leitlinie Otitis externa, Herstellerinformationen, Universitätskliniken.)

Was tun, wenn Wasser im Ohr hängt?

Meist verschwindet das Gefühl von selbst. Hilfreiche Sofortmaßnahmen:

  1. Kopf zur Seite neigen und leicht am Ohrläppchen ziehen.
  2. Vorsichtig hüpfen oder den Kopf leicht schütteln, um Wasser zu lösen.
  3. Nicht mit Wattestäbchen herumstochern; stattdessen die Ohrmuschel vorsichtig trocken tupfen.

Bleibt das Gefühl länger als 24–48 Stunden bestehen oder kommen Schmerzen/Ausfluss dazu, ist eine ärztliche Untersuchung sinnvoll. (Siehe DGHNO‑Leitlinie Otitis externa und universitäre HNO‑Infos.)

Wer sollte besonders vorsichtig sein?

  • Menschen mit häufigen Gehörgangsentzündungen
  • Kinder mit Paukenröhrchen oder nach Ohroperationen (immer Rücksprache mit Ärztin/Arzt)
  • Taucher: Druckausgleich und spezielle Beratung erforderlich; handelsübliche Ohrstöpsel können hier ungeeignet sein
  • Seniorinnen und Senioren: empfindlichere Haut, verändertes Cerumen – vereinfachte Routine empfehlenswert

Foto: Darstellung der Kopfneigung und des leichten Ziehens am Ohrläppchen als Pfeilgrafik neben einer Person

Kurzroutine: 3 Minuten vor und nach dem Schwimmen

  1. Vorher: Ohrstöpsel prüfen und passende Schwimmkappe anlegen.
  2. Währenddessen: Sitz kontrollieren, nicht an den Ohren manipulieren.
  3. Nachher: Kopf zur Seite, Ohrläppchen nach hinten‑oben, Ohrmuschel trocken tupfen, Zubehör reinigen.

Fazit — das Wichtigste in einem Satz

Mit passenden Ohrstöpseln, einer gut sitzenden Schwimmkappe, vorsichtiger Technik und schonender Trocknung reduzieren Sie das Risiko für Schmerzen und Gehörgangsentzündungen deutlich. Bei Beschwerden immer frühzeitig fachlichen Rat einholen.

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