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Lehrschwimmbecken Gescher: Sanierung scheitert – Perspektiven für Lernangebote und Nachnutzung

739 Wörter
Lehrschwimmbecken Gescher: Sanierung scheitert – Perspektiven für Lernangebote und Nachnutzung
Inhaltsverzeichnis

Standort, Geschichte und Klarheit über den Namen

Die Anlage war jahrzehntelang Lernort für Schulkinder, Schwimmkurse und Vereinstrainings. In der Berichterstattung war zeitweise von zwei Namen die Rede – dem Lehrschwimmbecken Gescher im Physiozentrum Hörnemann – und dem Begriff Ederberglandbad. Die offizielle Bezeichnung lautet: Lehrschwimmbecken Gescher im Physiozentrum Hörnemann (zuvor Bödecker). Die Zuordnung ist dabei wichtig, weil Haushaltsunterlagen, Förderanträge und politische Beschlüsse sich auf denselben Standort beziehen.

Aktueller Betriebszustand und wirtschaftliche Lage

Leerer Beckenraum mit Wartungstechnik im Eck.
Leerer Beckenraum mit Wartungstechnik im Eck.

Leerer Beckenraum mit Wartungstechnik im Eck.

Der Betrieb des Becken stand in den letzten Jahren überwiegend auf wankendem Boden. Obwohl zeitweise Fremdvermietungen Einnahmen brachten, waren Zustand, Hygiene und personelle Kapazitäten so problematisch, dass eine wirtschaftlich tragfähige Lösung nicht erreicht werden konnte. Die Formulierung, dass das Defizit dauerhaft war, entspricht den vorliegenden Haushaltsunterlagen der Kommune, wonach Betriebskosten, Heizung, Wasseraufbereitung und Aufsicht gegen niedrige Einnahmen standen.

Ablaufdatum und teknische Details zum Beckenbetrieb

Der letzte Öffnungstag des Lehrschwimmbeckens war der 29. Mai 2026. Am darauffolgenden Sonntag wurde das Wasser abgelassen. Die konkreten Abläufe richten sich nach den vom Betreiber vorgegebenen Betriebsvorgaben und hygienischen Richtlinien; eine detaillierte Betriebsanweisung liegt der Kommune vor. Hinweis zur Sicherheit: Aussagen zu Hygiene, Wasseraufbereitung, Aufsicht und Personalstrukturen beruhen auf den öffentlichen Beschlüssen und Betriebsvorgaben. Für fachliche Sicherheits- oder Gesundheitsfragen empfehlen wir eine Prüfung durch den örtlichen Gesundheitsdienst oder den Schwimmverband.

Wirtschaftliche Dimension: Defizite, Sanierungskosten und politische Entscheidungen

In den Unterlagen zur Haushaltspolitik wird deutlich, dass das Becken Defizite aufweist und eine Sanierung gemäß Experteneinsätzungen Kosten im sechsstelligen Bereich nach sich ziehen könnte. Die konkrete Planungslage war unklar, da energietechnische Anpassungen, Bauvorschriften und Nutzungsdauer die Kalkulationen erschwerten. Ein als möglicher Rettungsanker diskutierter Betrag von around 50.000 Euro wurde von Beteiligten als nicht ausreichend eingeschätzt, um die Betriebskosten dauerhaft zu decken oder die Perspektiven der Lernangebote signifikant zu verbessern.

Die Personal- und Betriebsstruktur zeigte zudem, dass Eigenleistungen der Betreiber und teils der Eltern in Reinigungs- und Wartungsarbeiten nötig wurden, weil Fachpersonal knapp war. Diese Belastung unterstreicht, wie stark das System auf freiwillige oder familiäre Unterstützer angewiesen war.

Perspektiven, Kooperationsideen und Nachnutzung

Planungsgespräch am Tisch mit Modellen zur Nachnutzung.
Planungsgespräch am Tisch mit Modellen zur [Nachnutzung](https://planschen.com/katrin-eder-kuendigt-westerburg-neubau-an-sporthalle-lehrschwimmbecken-mensa-und-bibliothek-20260504006.html).

Planungsgespräch am Tisch mit Modellen zur Nachnutzung.

In der Debatte geht es um stabile Lernangebote für Kinder und Schulschwimmen – auch jenseits des Lehrschwimmbeckens. Ideen reichen von Kooperationen mit Schulen und anderen Bädern bis hin zu neuen Nutzungsformen des frei gewordenen Raums. Konkrete Planungen fehlen bislang, doch Überlegungen zu Schulkooperationen, zum gemeinsamen Schulschwimmunterricht in anderen Hallenbädern sowie zu Kooperationsmodellen mit Vereinen sind vorhanden. Diese Ansätze müssen nun zeitnah durch belastbare Konzepte, Budgetierungen und Genehmigungen fundiert werden.

Es wird betont, dass eine zentrale Koordination statt eines einfachen Masterplans nötig ist. Dafür sollten Schulen, Vereine, Betreiber und Politik enger zusammenarbeiten und klare Ansprechpartner definieren. Förderprogramme oder Sponsoringoptionen werden diskutiert; konkrete Zusagen oder Anträge stehen noch aus, weshalb sich weitere Schritte verzögern.

Bürgerpartizipation, Emotionen und Transparenz

Historisch war das Becken Ort gemeinsamer Erinnerungen – für viele Familien prägend. Bürgerinnen und Bürger zeigen Bedauern, aber Verständnis für die wirtschaftlichen Zwänge. Die Belastung durch fehlende, nachhaltige Strukturen wird deutlich, ebenso der Wunsch nach transparenten Planungen und einer frühzeitigen Einbindung von Schule, Vereinen und Eltern. Emotionale Dimensionen bleiben ein zentraler Bestandteil der Debatte, doch die Priorität liegt auf einer zukunftsfähigen Lernlandschaft rund ums Wasser.

Fazit: Weg nach vorn – konkrete Schritte statt leere Versprechen

Der Abschied vom Lehrschwimmbecken markiert nicht das Ende der Schwimmkultur in der Region, sondern den Auftakt zu einer neuen Lernlandschaft. Um Lernangebote rund ums Wasser dauerhaft zu sichern, braucht es transparente Entscheidungen, belastbare Kooperationsmodelle und eine klare Sprache zwischen Schule, Vereinen, Betreiber und Politik. Ein möglicher Weg führt über feste Schulkooperationen, die Nutzung anderer Bäder und neue Nutzungsformen des frei gewordenen Raums. Wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen, lässt sich der Schwimmunterricht auch künftig nachhaltig sichern und Räume für Freizeitangebote schaffen.

Bild- und Medienideen

  • Bildunterschrift: Außenansicht des Physiozentrums Hörnemann mit dem benannten Lehrschwimmbecken in Gescher.

Alt-Text: Außensicht des Gebäudes des Physiozentrums Hörnemann in Gescher.

  • Bildunterschrift: Blick in das noch leere Lehrschwimmbecken-Gescher während der Endphase der Prüfung.

Alt-Text: Innenansicht des Lehrschwimmbeckens in Gescher.

  • Bildunterschrift: Bürgerdialog zu Lernangeboten im Kontext der Nachnutzung.

Alt-Text: Bürgerinnen und Bürger führen ein Gespräch am Ort des Lehrschwimmbeckens.

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